Gesetzlich Versicherte müssen

  • miteinander verheiratet sein,
  • beide Ehegatten müssen HIV-negativ sein,
  • bei der Frau muss ein ausreichender Schutz gegen Rötelninfektion bestehen,
  • die Ehepartner müssen sich durch einen Arzt über die medizinischen und psychosozialen Gesichtspunkte beraten lassen,
  • sie müssen das 25. Lebensjahr vollendet haben,
  • die Frau darf das 40., der Mann dass 50. Lebensjahr nicht vollendet haben.


Selbst wenn all diese Voraussetzungen vorliegen, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse für maximal drei Zyklen mit einer IVF- oder ICSI-Behandlung nur 50 % der Kosten. Die übrigen Kosten muss der Versicherte selbst tragen.

 

Bei Mitgliedern der privaten Krankenversicherungen sind die Anforderungen deutlich geringer. Weder gilt die absolute Altersgrenze noch ist die Anzahl der Versuche begrenzt. In der Regel übernehmen die privaten Krankenversicherungen auch die vollen Kosten für mehr als drei Versuche.

 

Ein Problem besteht, wenn ein Ehepartner gesetzlich und der andere privat versichert ist. Die PKV verlangen anders als die GKV den Nachweis, dass die medizinische Ursache der Unfruchtbarkeit tatsächlich bei ihrem Versicherten liegt. Die privaten Krankenkassen haben die Kosten nur dann zu tragen, wenn der bei ihnen versicherte Ehepartner unfruchtbar ist. Anderenfalls hat die Krankenkasse des gesetzlich versicherten Ehepartners die Kosten, dann jedoch eben nur in Höhe von 50 % zu tragen. Häufig zahlen die Versicherer jedoch trotz Vorliegens der Voraussetzungen nicht. Dann kann nur noch der Anwalt helfen.


Als Trost für die Patienten bleibt nur, dass die Kosten, die von den Krankenkassen nicht übernommen werden, als außergewöhnliche Belastung bei der Steuererklärung angegeben werden können.



Rechtsanwälte Prof. Dr. Jörg Schmidt und Daniel Alff